Asche zu Asche

Aschermittwoch

Mit dem Aschermittwoch beginnt der Liturgie der katholischen Kirche nach die lange Zeit des Osterfastens. Dieser Tag trägt den Titel „Aschentag“ und landet nach der aktuell gültigen Zählung – 40 Tage vor Ostern, aber die Sonntage nicht mitgezählt – auf den Mittwoch. Von diesem Mittwoch aus werden dann entsprechend auch die Fastnachtstage bestimmt.

Die traditionelle Erklärung für den Namen dieses Tages bezieht sich auf die alte Bußpraxis, dass die Gläubigen am ersten Tag der großen Fastenzeit „in Sack und Asche“ zu gehen hatten: sie mussten in Bußgewand und mit entblößten Füßen vor der Kirchtüre erscheinen. Dort wurde ihnen für die Verfehlungen der vergangenen Tage die Leviten gelesen. Dann führte man sie in die Kirche, mit gesenktem Kopf, wo sie niederknien mussten, damit der Bischof ihnen Asche auf das Haupt streuen konnte. Dabei spricht er die Worte: „Bedenke Mensch, dass du Asche bist und zur Asche zurückkehren wirst. Tue Buße – und du wirst das ewige Leben haben.“ Die so genannten Pönitenten, die Bußetuenden, durften sich dann noch eine ernste Predigt anhören, die mit den Worten endete: „Eurer Sünden und Missetaten wegen werdet ihr heute aus dem Hause Gottes vertrieben, wie Adam seiner Sünde wegen aus dem Paradiese vertrieben worden ist.“ Anschließend blies man das Licht der Kerzen jedes einzelnen Sünders aus, die Büßer fassten einander an den Händen und in einer langen Kette verließ man das Gebäude, dessen Türe vom Bischof hinter ihnen verschlossen wurde … Erst am Gründonnerstag, so wollte es der Ritus, wurden die in Ungnade Gefallenen wieder aufgenommen. Ein eindrückliches Spektakel, das heute in dieser Form nicht mehr vollzogen wird.

Tut Buße!

Doch entwickelte sich daraus im Spätmittelalter ein Spiel, das so genannte Adamsspiel. Dabei wurden nicht mehr die eigentlichen Büßer vorgeführt, sondern man wählte einen Stellvertreter für alle, der „Adam“ getauft wurde, der Ursünder. Diesen jagte man mit Hohn und Spott aus der Kirche, schickte ihn in ein elendes Vagabundenleben. Tatsächlich erst am Gründonnerstag wurde er unter Kirchenläuten wieder in die Gemeinschaft der Gläubigen aufgenommen und die Kirche wieder betreten.

Doch die heilige Asche zu empfangen war für alle Menschen wichtig. Mittlerweile hatte sich der Brauch durchgesetzt, dass diese Asche aus den Palmzweigen zu gewinnen sei, die am Palmsonntag geweiht worden war, in denen gewissermaßen noch das „Hosanna“ der Freude über den Einzug Jesu nach Jerusalem steckte.

Der Aschermittwoch ist also eine Kehrtwende um 180 Grad. Von jetzt an hat sich der Gläubige dem Kampf gegen alles Böses zu verschieben, gegen die Versuchungen des Teufels – im Grunde alles, was ausgiebig in den Tagen zuvor gefeiert wurde! An die Stelle von Lust am Verrückten steht die Unterdrückung des Leidenschaften, die Zerknirschung des Herzens und die Flucht vor der Sünde …

Buße, das bedeutet Umkehr, Entsagung und Unterordnung. Als Zeichen der Bußfertigkeit wird noch heute den Büßern das Aschekreuz auf die Stirn gemalt. In diesem Sinne ist die Asche als Symbol von großer Bedeutung – und ihre Symbolik fußt auf einem Gedanken, der sehr viel weiter reicht als die christliche Vorstellung. Wie auch immer wir zur christlichen Fastenzeit stehen – die Symbolik dieser Zeit ist universell.

Das Geheimnis der Asche

Asche wird seit langem in vielen Traditionen eine ganz besondere Bedeutung zugeschrieben, galt gar als eine heilige Substanz. Asche ist das, was übrig bleibt, wenn Feuer sein Werk getan hat. Es ist in aller Regel ein graues Pulver, dem man nicht gut ansehen kann, was erst das Ausgangsmaterial war. Vor allen Dingen organische Materie, die von Feuer in Asche verwandelt wurde, besitzt einen magischen Aspekt, sei die Materie pflanzlichen, tierischen oder gar menschlichen Ursprungs. Asche ist das Ergebnis der Wandlung durch das Feuer. Diese Wandlung ist keine einfache Veränderung, denn sie ist unumkehrbar. Was einmal zu Asche geworden ist, lässt sich nicht mehr zurückverwandeln in was auch immer es zuvor gewesen war.

Asche ist daher wie keine andere Substanz dazu geeignet, die Verwandlung zu verkörpern, die aus dem Entschluss entsteht, sein Leben zu wenden. Wie Phoenix aus der Asche steigen wir zu einem anderen Dasein auf, lassen das alte Leben hinter uns. Sie ist einerseits der letzte Rest unseres alten Lebens, andererseits aber auch das Substrat, aus dem wir zu einem neuen Leben aufsteigen. Wenn man so will ist diese Asche das Düngemittel für das neue Leben. Asche ist im Gegensatz zur Materie, aus der sie stammt, etwas Leichtes, Flüchtiges und trägt daher auch Hoffnung in sich.

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