Raunächte: Was man tun darf und was nicht …

Wir stecken mitten in den Raunächten – und kurz vor dem Jahreswechsel. Nicht wenige wissen – meist noch von ihren Müttern und Großmüttern -, dass es in dieser rätselhaften, aber auch magischen Zeit “zwischen den Jahren” nicht ganz geheuer zu geht, und dass bestimmte Dinge zu tun und vor allen Dingen zu unterlassen sind.

Viele dieser Verhaltensregeln erscheinen uns Heutigen nicht nur merkwürdig, sondern sogar lächerlich. Doch wenn man sie mit einem verständnisvolleren Auge betrachtet, erkennen wir darin einen tiefen Glauben daran, dass es einen – wie auch immer gearteten – Zusammenhang zwischen dem, was wir Menschen tun, und der Welt, die uns umgibt, existiert. Die Zeit, in der alle Räder des Lebens still stehen, soll auch von den Menschen entsprechend gewürdigt werden. Und umgekehrt: Was in diesen Zeiten getan wird, legt den Keim für unsere eigene Zukunft.

Lesen wir also diese Ratschläge und Empfehlungen als das, was sie sind: ein Ausdruck für Wirksamkeit des Bandes zwischen Natur und Mensch.

Verbote und Gebote der Raunächte

Zahlreiche Verbote regeln das Leben in den Raunächten, die meisten davon beziehen sich auf die Arbeit, die auf alle Fälle ruhen soll in diesen Tagen.

  • Es darf nicht gesponnen werden, das tun nur die Hexen.
  • Man darf sich nicht die Nägel oder die Haare schneiden, sonst bekommt man im nächsten Jahr Gicht oder Kopfweh.
  • Man muss sich darum kümmern, dass alles, was man übers Jahr verliehen hat, in diesen Tagen wieder zuhause ist. Geliehenes muss man zurückgeben.
  • Man darf keinen Apfel oder eine Nuss vom Boden aufheben, sonst bekommt man einen Ausschlag.
  • Man darf sein Bett nicht im Freien lüften, sonst wird man schwer krank.
  • Man darf keine Wäsche waschen.
  • Man darf in der Frühe nicht pfeifen, sonst beschwört man Unglück herauf.
  • Man darf Türen nicht laut zuschlagen, sondern gibt es ein Gewitter.
  • Man darf nicht arbeiten, sonst kommt Unglück über Heim und Hof.
  • Es ist verboten, Flachs anzurühren und zu bearbeiten, sonst ist Frau Holle erzürnt und Ratten und Mäuse fallen über das Haus her.

Andere Sprüche beziehen sich auf die prophetische Kraft dieser Tage. Was auch immer in diesen zwölf Nächten geschieht, kann als Omen für das kommende Jahr angesehen werden. Manche künden wie Bauernregeln vom Wetter im kommenden Jahr, andere sagen Ereignisse voraus, die die Gemeinschaft treffen werden.

  • Die Träume in den zwölf Nächten werden sich in den entsprechenden Monaten erfüllen.
  • Wenn einem Knöpfe von der Kleidung in dieser Zeit abfallen, so viel Geld wird man im kommenden Jahr verlieren.
  • Wenn es viel Nebel in den Raunächten gibt, dann wird auch das kommende Jahr nass. Ist es aber hell und klar, dann wird auch das kommende Jahr trocken.
  • Fällt viel Schnee in den Raunächten, dann wird es ein fruchtbares Jahr.

Auch wenn diese Regeln uns Heutigen zunächst vielfach etwas merkwürdig vorkommen und wir sie als Aberglauben abtun möchten, spiegelt sich doch in den Geboten und Verboten die Mythologie der Raunächte wieder. Es sind Hinweise darauf, dass wir uns in einer ganz besonderen Zeit befinden, und dass diese Zeit auch besondere Verhaltensweisen nach sich zieht.

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