Rituale des Lösens

Lösen heißt: Etwas löst sich

Wenn wir Probleme haben, dann wünschen wir uns eine Lösung. Zumeist verstehen wir darunter, dass das, worunter wir gerade leiden, verschwinden möge. Doch jeder weiß, dass damit nicht unbedingt auch das Problem verschwindet. Wenn wir zum Beispiel ein Problem mit einem Mitmenschen haben, dann verschwindet das Problem nicht zwangsläufig, wenn dieser Mensch verschwindet. Die Erinnerung an ihn oder sie, die Spuren, die er oder sie hinterlassen hat – all dies bleibt für immer Wirklichkeit, und damit wirksam.

Alles, was uns begegnet, wirkt in uns nach. Daher besteht die Lösung eines Problems nicht darin, die Ursache des Problems zu eliminieren, sondern den Wirkungen in uns eine neue Bedeutung zu geben. Man könnte es so beschreiben: das, was sich in uns manifestiert hat, muss einen neuen, besseren Platz in unserem Lebensgefüge bekommen. Einen Platz, an dem es mir nicht länger schadet oder Leiden zufügt, sondern vielleicht sogar nützt und mir Freude bereitet. Dies aber ist schwer, wenn wir uns so sehr an das Problem gewöhnt haben, dass wir widersinnigerweise an ihm festhalten, weil wir keinen anderen Platz kennen als den, den das Problem nun mal gerade in unserem Leben innehat.

Wie kann dies gelingen? Zunächst ist es hilfreich, das Problem in uns zu identifizieren. Was beeinträchtigt mich gerade? Vielleicht werden wir eine Antwort formulieren wie: „Dass ich mich nicht von Person XY lösen kann.“ Bei dieser Antwort bleiben wir aber nicht stehen. Wir fragen uns gleich: „Mal angenommen, das Problem mit XY wäre gelöst – woran würde ich das merken? Was wäre dann anders in meinem Leben? Was könnte ich dann tun, was ich jetzt noch nicht tun kann? Wer wäre ich, der ich jetzt noch nicht bin?“ In der Antwort auf diese zweite Frage steckt die eigentliche Lösung, denn in ihr steckt das, was die Leerstelle ausfüllen wird, wenn das Problem gelöst ist.

Erst wenn wir wissen, was anstelle des Problems da sein kann, wird sich das Problem an einen anderen Platz bewegen lassen. Erst dann gibt es seinen Platz auf für etwas Neues.

Das Interessante daran ist, dass ein Problem, dass sich bewegt und einen neuen Platz bekommt, nicht mehr länger problematisch auf uns wirkt. So kann das, was uns XY angetan hat, an einem neuen Platz aus einer neuen Perspektive betrachtet werden. Nicht selten erscheinen die guten Wirkungen unserer Beziehung zu XY. So kann uns eine Verletzung durch XY als Chance erscheinen, uns selbst zu stärken gegen Anfeindungen. Wir erkennen auf einmal, was wir aus der Begegnung gelernt haben und wo wir vielleicht sogar dankbar sein können.

Die Lösung eines Problems besteht nicht mehr länger darin, einen anderen oder etwas anderes zu vernichten. Wir werden bei der Lösung des Problems unabhängig davon, was mit anderen geschieht oder nicht. Wir können selbst für uns sorgen, indem wir das, was uns beeinträchtigt hat, aus dem alten Zusammenhang lösen und ihm einen neuen Platz in unserem Lebensgefüge zuweisen. Das ist die wahre Lösung des Problems.

Rituale des Lösen

Rituale können uns dabei unterstützen, diesen Weg zu gehen. Sie helfen uns, indem bestimmte Handlungen vollzogen werden, die den Vorgang des Lösens symbolisch dokumentieren, ihn wirklich werden lassen. Eine Löseritual ist wie ein magischer Akt, der das Lösen zur Wirklichkeit werden lässt, indem wir es tun.

Im Einklang mit der abendländischen Überlieferung können wir die vier Elemente nutzen, um etwas zu lösen: Feuer, Wasser, Luft und Erde. Jedes Element hat eine andere Kraft, die uns helfen kann, ein Problem zu lösen. Welches Element wir wählen, kann von der Art des Problems abhängen oder auch vom Zeitpunkt, den wir dafür wählen. So gibt es Tage, die einem bestimmten Element zugeordnet werden können und die daher besonders gut geeignet sind für entsprechende Löserituale.

Egal, welches Ritual wir gerade für richtig halten: Vor jedem Ritual des Lösen sollten wir die Frage beantwortet haben, was anstelle des gelösten Problems da sein soll. Ohne eine Antwort auf diese Frage sollten wir nicht in das Ritual gehen.

Lösen mit Feuer

Etwas zu verbrennen ist eine sehr alte Form der Lösung. Wir können zum Beispiel einen Zettel mit dem Problem beschriften und diesen dann anzünden (natürlich nur, wenn wir alle Vorkehrungen getroffen haben, das Feuer unter Kontrolle zu haben, z.B. in einer feuerfesten Schale, im Freien, Wasser in Griffweite etc.). Während wir das Feuer beobachten konzentrieren wir uns auf das, was anstelle des Problems da sein soll. Auf diese Weise manifestieren wir diese gute Aussicht in uns, während sich das andere in Rauch auflöst.

Lösen mit Wasser

Wasser wird in vielen Kulturen als Lösemittel verwendet, nicht zuletzt zur Reinigung. Wasser löst den Schmutz. Wir könnten beispielsweise den Zettel mit dem Problem in ein Glas Wasser geben und ihn so lange darin liegen lassen, bis sich die Tinte, mit der wir geschrieben haben, aufgelöst hat. Oder wir schreiben das Problem auf das Blatt eines Baumes und werfen dieses Blatt in ein fließendes Gewässer. Während wir diese tun, rufen wir uns die positive Kraft ins Bewusstsein, die uns erwartet, wenn sich das Problem aufgelöst haben wird.

Lösen mit Luft

Ein Problem soll sich in Luft auflösen – wie können wir das bewerkstelligen? Eine Möglichkeit besteht darin, das Problem mit Sand auf einen Teller zu zeichnen oder zu schreiben. Dann begeben wir uns an einen luftigen Ort (zum Beispiel auf dem Dach eines Hauses) und streuen den Sand in alle Winde. Während wir dabei zu sehen, wie das Problem vom Winde verweht wird, bauen wir ein starkes Gefühl zu der Kraft auf, die uns erwartet, wenn das Problem verschwunden ist.

Lösen mit Erde

Etwas zu vergraben gehört sicherlich den häufigsten Löseritualen der Menschheit. Wir überantworten etwas einem Verwandlungsprozess. Das Alte wird in seine Bestandteile zersetzt und wird zur Grundlage von etwas Neuem, völlig anderen. Es wird zum Humus der Zukunft. Wir können zum Beispiel einen Zettel vergraben, auf den wir das Problem geschrieben haben, besser noch ein ganz sicher verrottendes Material wie eine Baumrinde, ein Blatt oder etwas Ähnliches. Wir graben ein kleines Loch, vielleicht in einem Wald, legen einen Stein darauf, und bedecken alles mit frischer Erde. Wichtig: Dabei konzentrieren wir uns auf das, was anstelle des Problems in uns Gestalt annehmen soll.

Für welche Art des Lösens wir uns auch entscheiden: Möge sich das, wovon wir uns lösen, in eine Kraft der Inspiration für die Zukunft verwandeln!

Nach einem solchen Ritual können wir die Kraft des Neuen einladen, indem wir ein Orakel befragen. Runen können hier beispielsweise eine wichtige Botschaft dazu liefern, was wir brauchen, um die Kraft des Neuen in unserem Leben zu manifestieren.


 

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