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Geomantik – die Sprache der Erde

Geomantik — die Sprache der Erde

Sechzehn Figuren, aufgebaut aus Punkten im Sand, vier Linien für die vier Elemente. Ein Orakelsystem, so alt wie Tarot und Astrologie und heute so gut wie vergessen. An einem Wochenende lernst du, es zu setzen und zu lesen.

Die Geomantik hat eine Geschichte, die sich über Jahrhunderte erstreckt, und sie wurde nicht von Randgestalten betrieben. Roger Bacon und Albertus Magnus, zwei der schärfsten Denker des Mittelalters, beschäftigten sich mit ihr. Für König Richard II. von England wurden prachtvolle geomantische Handschriften illuminiert, die heute in der British Library liegen. Robert Fludd, der große hermetische Philosoph der Spätrenaissance, geriet in Avignon mit der Inquisition aneinander, weil er in einer Gaststube öffentlich geomantisch arbeitete, und wurde vom päpstlichen Gesandten gerettet, der selbst ein erfahrener Geomantiker war. John Heydon saß im Gefängnis, weil er den Tod Oliver Cromwells geomantisch vorhergesagt hatte; er kam frei, weil die Vorhersage eintraf. Und Aleister Crowley, der die Geomantik nach eigener Aussage täglich praktizierte, berichtet von einem Wirtschaftsprüfer in Johannesburg, der mit ihrer Hilfe in drei Stunden eine Fälschung aufspürte, für die er sonst drei Monate gebraucht hätte.

Erkenntnis aus der Erde

Die Geomantik – wörtlich: Erkenntnis aus der Erde, auch Punktierkunst genannt – gehört zu den ältesten Orakelkünsten des lateinischen Westens. Sechzehn Figuren, aufgebaut aus Punkten, die man in den Sand sticht, ohne sie zu zählen. Vier Linien pro Figur, eine für jedes Element. Ein ganzes Weltbild in Punkten.

Im deutschsprachigen Raum wird unter „Geomantie“ heute meist etwas anderes verstanden, die Arbeit mit Erdkräften, Wasseradern, Kraftorten. Was hier gemeint ist, reicht weiter zurück: ein Erdorakel, das Cornelius Agrippa in De Occulta Philosophia in sein hermetisches System einbettete, als Schwellenwesen zwischen Bild und Zeichen. Wer sich auf die Figuren einlässt, stößt auf eine Frage, die jede Orakelpraxis betrifft, ob Karten, Sterne oder Runen: warum zwischen einer Frage und dem, was erscheint, überhaupt ein Zusammenhang bestehen sollte.

Was an diesem Wochenende geschieht

Wir lernen, wie die geomantischen Figuren arbeiten. Wir bauen ein geomantisches Schild auf, das Legebild der Geomantik, in dem aus vier geworfenen Figuren durch Addition und Spiegelung ein vollständiges Deutungsfeld entsteht. Wir beobachten, wie Figuren einander hervorbringen: Trifft Puer, der junge Krieger, auf Via, den Wandel, entsteht Albus, der Weise. So lässt es sich lesen, und wer es einmal gelesen hat, vergisst es nicht. Am Ende des Wochenendes kann jeder Teilnehmer ein Schild setzen, seine Grundstruktur verstehen und die Figuren in ihren Beziehungen lesen.

  • Samstag, 19. September (ganztägig) Das geomantische Schild: Werfen, Kombinieren, Lesen
  • Sonntag, 20. September (ganztägig) Figuren in Beziehung: Verwandlung und Entsprechung

 

Der Workshop richtet sich nicht an absolute Anfänger, aber auch nicht an Spezialisten. Wer schon einmal Karten gezogen, ein Horoskop gedeutet oder Runen geworfen hat, bringt genug mit. Vorkenntnisse in Geomantik sind nicht nötig, im Gegenteil: Die Fremdheit des Systems ist sein Vorzug. Gerade weil die Figuren im deutschsprachigen Raum kaum besetzt sind, begegnet man dem analogischen Denken an ihnen unverstellt.

Das Alphabet der Geomantik: Die 16 geomantischen Figuren

Im Sommer stelle ich die Geomantik und ihre sechzehn Figuren auf meinen Kanälen vor: ein einführender Vortrag zur Geschichte der vergessenen Kunst, und eine Reihe, die jede Figur einzeln durchgeht. Wer sich vor der Anmeldung ein Bild machen möchte, findet dort einen Einstieg.

Im Anschluss: Die Studiengruppe

Wer am Wochenende geworfen hat und gemerkt hat, dass da etwas geschieht, das sich nicht allein durch Technik erklären lässt, findet im Anschluss eine Studiengruppe. Sechs Montagabende, in denen es nicht mehr um die Figuren selbst geht, sondern um die Frage, was Divination im hermetischen Sinne ist und warum sie funktioniert. Agrippa führt als Quelle hindurch. Die Studiengruppe ist allein über den Workshop zugänglich; den Zugang erhältst du am Wochenende.

Mein Zugang

Seit einer Weile beschäftige ich mich mit diesen Figuren, im Zusammenhang mit meiner Arbeit an Agrippa und dem Agrippa-Studienkreis. Was mich an der Geomantik hält, ist nicht die Technik, sondern was sie sichtbar macht: dass eine Orakelpraxis einen Rahmen braucht, in dem sie überhaupt etwas heißt, so wie die Astrologie einen astrologischen Rahmen braucht. Der Erdkontakt ist dabei kein Beiwerk. Ich arbeite mit Dattelkernen in einem Beutel statt mit Stab und Sand, weil die Hand das Gerade und Ungerade ertasten kann, bevor das Auge zählt.

Eckdaten

  • Termine – Samstag 19. & Sonntag 20. September 2026, jeweils ganztägig
  • Format – Online via Zoom (du erhältst den Zoom-Link mit der Buchung)
  • Preis – 240 € – Bei Buchung bis zum 31. Juli: 210 €
  • Teilnehmerzahl – Durchführung ab 9 Teilnehmern
  • Anschluss – Studiengruppe ab 21. September, nur für Teilnehmer des Workshops.

Wichtige Fragen und Antworten

Brauche ich Vorkenntnisse? Nein. Erfahrung mit Karten, Horoskopen oder Runen hilft, ist aber nicht Bedingung. Die Geomantik bringen wir gemeinsam von Grund auf bei. Die YouTube-Serie bereitet dich inhaltlich auf die sechszehn Figuren vor. Es wird empfohlen, diese im Vorfeld zu studieren.

Was brauche ich an Material? Beutel, Kerne oder Bohnen, Papier und Stift.

Gibt es ein Skript? Ja, du bekommst ein ausführliches Skript zur Bedeutung der sechzehn geomantischen Figuren, sowie Arbeitsblätter für den Workshop.

Wird der Workshop aufgezeichnet? Ja, die Aufnahme wird den Teilnehmern im Anschluss zur Verfügung gestellt.

Was passiert, wenn zu wenige zusammenkommen? Sollte die Mindestzahl nicht erreicht werden, wird der Workshop verschoben, nicht abgesagt. Wer bereits gebucht hat, erhält rechtzeitig Bescheid und kann den neuen Termin annehmen oder zurücktreten.

Punkte im Sand

Eine Kunst, die einst zu den genauesten Divinationskünsten zählte und heute kaum noch jemand kennt. Am 19. und 20. September setzen wir sie wieder in Bewegung.

Tickets

Die unten stehende Nummer beinhaltet Tickets für diese Veranstaltung aus dem Warenkorb. Durch einen Klick auf "Tickets kaufen" können vorhandene Teilnehmerinformationen bearbeitet sowie die Ticketsanzahl verändert werden.
Im Angebot
GEOMANTIK mit Christopher Weidner
Geomantik — die Sprache der Erde Sechzehn Figuren, aufgebaut aus Punkten im Sand, vier Linien für die vier Elemente. Ein Orakelsystem, so alt wie Tarot und Astrologie und heute so gut wie vergessen. An einem Wochenende lernst du, es zu setzen und zu lesen.
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Unbegrenzt

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