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Krafttier: Spinne

Die Spinne ist für viele Menschen kein angenehmes Tier. Dabei gehört sie zu den Tieren, die ganz besonders die Fantasie der Menschen angeregt haben und daher in zahllosen Mythen einen festen Platz einnehmen. Dass die Spinne aus sich heraus ein so faszinierendes Kunstwerk wie das Netz hervorbringen kann, mag sie schon früh zum Sinnbild der Großen Mutter gemacht haben, die die Welt aus sich heraus erschaffen hat. Sie spinnt den Faden des Lebens, der zunehmend komplexer wird und die Vielfalt alles Lebendigen verkörpert. In der Mitte des Netzes aber sitzt die Spinne und die Linien ihres Netzes gehen von ihr aus und führen wieder zu ihr zurück. Sie spürt jede geringste Regung im Gewebe der Welt, auch was an den äußersten Rändern ihrer Schöpfung vonstatten geht – und sie wird darauf reagieren.

Das Bild des Lebensfadens, der von der Göttin gesponnen wird, setzt sich in der Vorstellung der Schicksalsgöttinnen fort. Ob griechische Moiren, römische Parzen oder nordische Nornen: Sie alle werden mit Attributen rund um das Spinnen ausgestattet, tragen eine Spindel in der Hand oder drehen am Spinnrad.

Die Spinne hilft uns das Gewebe aus Ursachen und Wirkungen zu verstehen, an denen wir unseren Anteil haben. Vielleicht ist das, was sich uns heute in den Weg gestellt, nichts anderes als die Folge einer unserer Entscheidungen aus früheren Tagen. Wie die Wellen, die entstehen, ihren Ursprung an dem Ort haben, an dem der Stein die Wasseroberfläche getroffen hat, so sind viele Hindernisse, über die wir heute stolpern, Auswirkungen von Ursachen, die wir selbst gesetzt haben.

Die Erkenntnisse, die uns die Spinne liefert, mögen uns zwar die aktuelle Belastung nicht nehmen, aber sie helfen uns zu begreifen, dass es nicht zufällig geschieht. Zwar können wir die Zeit nicht mehr zurückdrehen, aber wir können entscheiden, ob was wir mit dem, was uns in die Quere gekommen ist verfahren wollen. Vielleicht entwickeln wir einen kreativen Umgang damit, nutzen es als Ausgangslage für eine andere Idee. Es lohnt sich in jedem Fall einen anderen, nicht von Wut und Enttäuschung getrübten Blick auf das zu werfen, was sich uns in den Weg stellt. Vielleicht entdecken wir dann etwas, das uns tatsächlich weiter bringt. Hier können wir von der Unermüdlichkeit der Spinne lernen, die sich den veränderten Bedingungen ihrer Umwelt einfach anpasst und ihr Werk entschlossen fortsetzt.

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