Valentinstag und das Geheimnis der Liebe

Valentinstag – der Tag der Liebenden

Nun steht wieder der Februar und mit ihm der Valentinstag ins Haus. In unseren Gefilden war dies im letzen Jahrhundert ein noch recht unbedeutender Termin – außer für den Blumenhandel. Inzwischen hat er sich jedoch auch in Europa – wie so viele Trends die aus den USA zu uns herüberschwappen – zu einem wichtigen Feiertag für Liebende entwickelt.

Wer war der rätselhafte heilige Valentin?

Doch was hat der heilige Valentin eigentlich damit zu tun, dass sich inzwischen viele Menschen am 14. Februar nicht nur durch die Blume sondern auch durch festliches Schmausen bei Kerzenschein und andere romantische Arrangements ihre  gegenseitige Zuneigung bekunden?

„Herzlich wenig!“, lautet die Antwort auf diese  berechtigte Frage: Zwar beruft sich der Valentinstag auf einen Heiligen gleichen Namens, doch wurde dieser in den 1970ern aus dem offiziellen Kirchenkalender gestrichen. Die Existenz dieses Märtyrers war den Kirchenoffiziellen einfach zu unsicher geworden: Einmal sollte er ein römischer Priester im 4. oder 5. Jahrhundert, ein anderes Mal ein Bischof von Terni oder beides gleichzeitig gewesen sein.

Auch wurde er mit dem Rätiener Bischof Valentin in Verbindung gebracht, dessen Fest auch heute noch am 7. Januar gefeiert wird und der als „Fallentin” zum Schutzheiligen der Fallsüchtigen, also der Epileptiker, erklärt wurde und gerne bei Gebärmutterleiden angerufen wurde.

Das klingt erst einmal nicht so erotisch. Mehr noch: Im christlichen Mittelalter galt der 14. Februar sogar als Unglückstag. Angeblich war es nämlich der Geburtstag des Verräters Judas Ischariot: Kindern, die an diesem Tag das Licht der Welt erblickten, wurde ein kurzes, unglückliches Leben prophezeit. Auch das Vieh hatte laut des Volksglaubens unter dem „Velten-Tag“ zu leiden. Im Schweizer Amden gab der Valentinstag sogar einer Dämonengestalt, dem „Väledi”, den Namen.

Valentine’s Day: 14. Februar in anderen Ländern

Wesentlich entspannter ging man damals in den angelsächsischen Gebieten Europas – in England, Nordfrankreich und Belgien – mit dem Valentinstag um. Hier galt er als Tag, an dem die Vögel Hochzeit feierten. Zu dieser populären Interpretation hatte der englische Dichter Geoffrey Chaucer im 14. Jahrhundert mit seinem Gedicht „Das Parlament der Vögel“ erheblich beigetragen. Ist hier der Ursprung eines Begriffs zu finden, der auch heute noch gern für das intime Liebesspiel verwendet wird?

Die Angelsachsen jedenfalls machten es schnell den sich umwerbenden Vögeln gleich: Auch jeder „Valentin” erwählte sich an diesem Tage seine „Valentine”. Entschieden wurde durch das Los oder die erste Begegnung am Morgen. Zum Balztanz gehörte es auch, sich gegenseitig kleine Geschenke und Neckereien, besonders Gedichte, zu schicken. Die Paarung zweier Valentinen galt als günstige Voraussetzung für das Zustandekommen einer künftigen ehelichen Bindung. Am Vorabend des 14. Februars wurden daher verschiedene Hochzeitsorakel durchgeführt.

Da bei uns der Valentinstag im Spätmittelalter immer häufiger als Vielliebchentag bezeichnet wurde, fassten diese freudvollen Riten scheinbar auch auf dem Kontinent Fuss, bevor sie in den Zeiten von Reformation und Puritanismus wieder in Vergessenheit gerieten. In Europa – und nicht in den geschäftstüchtigen USA – sind wohl die Wurzeln der heutigen Valentins-Traditionen zu suchen.

Ursprünglich ein Fest der Reinigung und Fruchtbarkeit

Oder liegen diese etwas noch tiefer vergraben? Tatsächlich wurde im heidnischen Rom – viele Jahrhunderte vor der christlichen Zeitrechnung – am 14. Februar ein Reinigungs- und Fruchtbarkeitsfest zu Ehren des Hirtengottes Lupercus gefeiert: Splitterfasernackte Priester banden sich die Felle potenter Opferböcke um und rannten mit Riemen aus Ziegenfell durch die Stadt. Wen sie mit diesen Riemen schlugen, war Glück und Ehesegen beschieden. Wichtiger noch: Junge Männer und Frauen wurden zu Ehren Lupercus’ durch Losentscheid miteinander auf Zeit verbunden. Liebesgott Amor und Juno, die römische Göttin der Ehe, hatten dabei ebenfalls ihre Hand oder Hände im Spiel …

Wie so oft hat dann die katholische Kirche während ihres Siegeszuges durch Europa auch diesen wichtigen Feiertag durch die Patenschaft eines Heiligen für sich vereinnahmt. Doch der Märtyrer Valentin hat es nicht geschafft, den lebensbejahenden Kern jenes Tages zu unterbinden, den wir künftig besser, der alten Tradition folgend, als Vielliebchentag bezeichnen sollten.

Die Nacht auf Valentinstag – Eine besondere Orakelnacht

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